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Nanotechnologie - Zukunft der Krebstherapie?
Noch ist es Zukunftsmusik, aber neue Forschungsergebnisse zeigen Behandlungsmöglichkeiten auf, die bisher noch kaum vorstellbar waren. Nanodiscs und ein leichtes Magnetfeld können Krebszellen zerstören. Und das im Gehirn, bei einer sehr schwer zu behandelnden Krebsart also. Ein Team aus Medizinern im Tumorzentrum der Universität Chicago und der Energiebehörde der USA (Department of Energy) hat eine Technik entwickelt, die vergoldete Eisen-Nickel-Microdisks verwendet. Zusammen mit einem Magnetfeld lösen diese winzigen Elemente den Tod der Krebszellen aus. Umliegendes gesundes Gewebe bleibt dabei verschont. Und das ist ein entscheidender Vorteil gegenüber den bisherigen Behandlungsmethoden wie Bestrahlung oder Chemotherapie.

Einen Einblick in die Nanotechnology gibt das folgende Video aus dem Jahr 2006. Der Text ist auf Englisch, aber man kann sich auch so einen Eindruck verschaffen, worum es geht.



Nanotechnologie in der Medizin: das folgende Video gibt Einblicke in die Nanotherapie am Beispiel des Prostatakarzinoms.



Insgesamt ist die Methode noch nicht ausgereift, weitere Studien sind geplant. Aber das Potental der Nanotechnologie ist nach Einschätzung der Forscher enorm.

Literatur:

DOE/Argonne National Laboratory (2010, February 12). Nanomaterials may help fight cancer. ScienceDaily. Retrieved February 16, 2010, from http://www.sciencedaily.com­ /releases/2010/02/100210211731.htm



Link: Argonne scientists discover novel materials approach to fighting cancer

Verhaltensanalyse - was ist das eigentlich?
Es ist gar nicht so einfach, eine brauchbare Einführung in die Verhaltensanalyse im Internet zu finden. Die meisten Texte gehen sehr schnell zu Fachbegriffen über, verwenden Abkürzungen, die den Fachleuten zwar vertraut, Laien aber zunächst sehr fremd sind. Und dann kommt natürlich die Frage, ob das alles nicht etwas künstlich, funktional, abstrakt und theoretisch ist. Wofür ist die Verhaltensanalyse gut und was kann man damit anfangen?
Das folgende Video erläutert die funktionale Verhaltensanalyse mit Anwendungsbeispielen.



Irgendwie war mir das dann doch noch zu abstrakt. Und so entstand eine Folienpräsentation zum Durchklicken - ohne die Kürzel, mit kurzen Erläuterungen, die man sich in aller Ruhe durchlesen kann. Technisch war das zunächst eine Bastelei... aber es funktioniert.




Link: Verhaltensanalyse: Einführung für Laien

Gefälschte Medikamente im Internet
Es ist einfach, es geht schnell - Medikamente kann man auch im Internet kaufen. Doch leider finden sich auch gefälschte Produkte darunter. Und das kann bedeuten, dass man irgend ein Mittelchen zu sich nimmt, bei dem man nicht weiss, was wirklich drin ist.
Das Problem wächst - und wirft für Verbraucher die Frage auf, woran man denn nun seriöse Angebote von unseriösen unterscheiden kann. Ein Hinweis auf eine Fälschung kann der fehlende Beipackzettel sein - wenn die Verpackung aber täuschend echt imitiert wurde, wird es schwierig.

Es ist auch nicht so einfach, eindeutige Kriterien zu finden, anhand derer sich erkennen lässt, ob eine Versandapotheke seriös ist. Im Zweifelsfall (meine persönliche Meinung) würde ich dann doch lieber in eine echte Apotheke gehen. Sparen hin und her - wenn es dabei lebensgefährlich wird...

Wer die Suchfunktionen nutzt, kann einige Artikel zum Thema "gefälschte Medikamente" finden. Als Informationsquelle zur Problematik habe ich unten einen Link zu einem aktuellen Podcast des SWR 2 eingefügt. Die Sendung dauert etwa 20 Minuten.





Link: Podcast 'RIskante Pillen aus finsteren Kanälen", SWR 2, 03.02.2010

Daten zum Gesundheitswesen
Das Bundesministerium für Gesundheit in Deutschland hat die neuesten Daten zum Gesundheitswesen veröffentlicht. Spannend wie ein Roman... Leben und Sterben in Deutschland, Entwicklung der Bevölkerung, Krankheiten und Sterblichkeit, Gesundheitszustand und Ernährungverhalten, Arzneimittel, Gesundheitsberufe, Versicherungsschutz usw..
Die Statistiken können als PDF-Datei heruntergeladen werden.
In der Datei finden sich außerdem Telefonnummern des Bürgertelefons beim Bundesministerium, einschließlich des Schreib- und Bildtelefons für Hörgeschädigte/Gehörlose.




Link: Daten zum Gesundheitswesen

Mango gegen Krebs?
Schmeckt gut und könnte gegen Krebs helfen. Könnte heißt dabei, dass bestimmte Krebszellen auf Mango reagieren. Im Labor konnten Ernährungsforscher aus Texas nachweisen, dass Mango das Wachstum von Darmkrebs und Brustkrebs stoppt und der Entwicklung von Krebszellen vorbeugt.
Dabei wurden verschiedene Mangosorten untersucht: Kent, Francine, Ataulfo, Tommy/Atkins und Haden. Untersucht wurde auch die Wirkung auf Lungenkrebs, Leukämie und Prostatakarzinom. Auch hier zeigte Mango Wirkung, ohne die gesunden Zellen zu schädigen. Die deutlichste Wirkung aber zeigte sich bei Brustkrebs und Darmkrebs.
Weitere Studien sind geplant - und wenn sich die klinische Wirkung bestätigen sollte, könnte Mango eine schmackhafte Ergänzung im Ernährungsplan von Krebspatienten werden.




Link: Mango Effective in Preventing, Stopping Certain Colon, Breast Cancer Cells, Food Scientists Find

Gibt es die optimale Medizin? (Alpha Campus)
In zwei Teilen beschäftigt sich eine Sendung auf br alpha mit der Frage nach dem modernen Stand der Medizin. Dabei geht es um Pflegemanagement, Fragen der Ökonomie, Ethik, Medizinforschung usw.
Der erste Teil wird am Dienstag, 12. Januar 2009, der zweite Teil am Dienstag, 19. Januar 2009 ausgestrahlt. Nähere Infos finden sich in der Beschreibung auf der Seite 'Alpha Campus' (siehe Link).




Link: Optimale Medizin? (Alpha Campus Sendung)

Therapie der Depression: den positiven Moment verlängern
Eine gute Frage im Angesicht neuerer Forschungsergebnisse: sollte es in der Therapie der Depression ein Therapieziel sein, den positiven Moment zu verlängern, wenn man davon ausgeht, dass Depressive gerade damit ihre Schwierigkeiten haben?
Die Frage, die im Blog der Psychotherapie-Praxis Dr. Rose Shaw aufgeworfen wird, ist berechtigt (Link siehe unten). Und meine persönliche Antwort ist ein klares Ja. Wenn man von kognitiven Therapieansätzen ausgeht, in denen es auch darum geht, angenehme Tätigkeiten ausfindig zu machen, also auch: herauszufinden, "was gut tut", lässt sich ein solches Therapieziel gut integrieren.

Ausgehen vom Grundmodell des BASIC-ID lassen sich konkrete Ansatzpunkte benennen, wie das ganz konkret aussehen kann. Dazu gehe ich einfach die Buchstaben des Modells durch - allerdings nicht im englischen Original, sondern in der deutschen Übersetzung.

Verhalten (im Original 'B' für Behavior): die Überlegungen zu angenehmen Aktivitäten sollten sinnvollerweise vorausgegangen sein. Dann lässt sich fragen, was davon länger als bisher vollzogen werden kann. Also: was von dem, was angenehm ist, lässt sich verlängern, um mehr davon haben zu können?

Gefühle (im Original 'A' für Affect): auf welche angenehmen Gefühle kann ich mehr und länger meine Aufmerksamkeit lenken? Was kann ich intensiver auskosten als bisher?

Sinneswahrnehmung (im Original 'S' für Sensing): angenehme Bilder und Körperempfindungen bewusst im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit halten - und 'verlängern' und intensivieren, wo es möglich ist.

Imagination oder innere Bilder (im Original 'I' für Imagination): angenehme innere Bilder und innere Szenen entwickeln, die das Wohlbefinden fördern, suchen, entwickeln und gestalten, was eine positive Grundstimmung stabilisiert.

Gedanken (im Original 'C' für Cognition): über angenehme, gute Gedanken meditieren, Selbstvorwürfe, Selbstkritik und negatives Denken über sich selbst, andere, die Umwelt und die Zukunft stoppen bzw. bearbeiten.

Beziehungen (im Original 'I' für Interpersonal Relationsships): angenehme Kontakte aufrecht erhalten bzw. wieder aufnehmen, Kontakte verlängern, wo es möglich ist.

Medikamente (im Original 'D' für Drugs & Medical Factors): So wenig wie möglich... denn selbst, wenn sie wirken, ist die angenehme Stimmung 'künstlich'. Nebenwirkungen sollten besprochen werden, wenn sie auftauchen - Medikamentenwahl und Dosierung sind ärztliche Entscheidungen. Schokolade als Stimmungsaufheller... könnte problematisch sein, wenn gleichzeitig Essstörungen vorliegen.

Ich hoffe, es ist mir gelungen, Ansatzpunkte aufzuzeigen, wie sich diese Forschungsergebnisse im Rahmen der Therapie umsetzen lassen. Als Selbsthilfeansatz kann auch das Bild vom 'Gummiband" dienen... die Frage also, wo sich an angenehmen Gefühlen 'ziehen' lässt, um depressive Zustände aufzuhellen.




Link: Den positiven Moment verlängern

Ein gesundes Verhältnis zur Zeit finden
Das Grundproblem ist nicht neu: Hektik und Stress spielen bei vielen Störungen und Krankheiten eine Rolle. Stress bewältigen bedeutet auch, über den Umgang mit der Zeit nachzudenken. Zeitdruck als Problem zu erkennen und - vielleicht - darüber nachzudenken, wie man sich selbst besser organisieren kann. Aber auch: Grundgedanken wie 'mach schnell', 'beeil dich', 'die Zeit drängt' und so weiter einmal kritisch unter die Lupe zu nehmen. Geht wirklich alles besser, wenn man schnell macht? Oder braucht Qualität eben auch Zeit, was bedeutet: es lohnt sich, auch einmal einen Gang zurück zu schalten, sich Zeit zu lassen? In der ZEIT ist ein ausführliches Interview mit Hartmut Rosa erschienen, der sich in seiner Habilitationsschrift mit den Zusammenhängen zwischen sozialem Wandel und Zeitdruck beschäftigt hat. Wenn er von einer "Beschleunigungsgesellschaft" spricht, die insgesamt mit höheren Erwartungen an das Lebenstempo jedes Einzelnen verbunden ist, stellt sich auch die Frage nach einem gesunden Verhältnis zur Zeit neu. Und - es ist fragwürdig, nur nach Medikamenten zu fragen, die helfen sollen, Ruhe zu finden, genauso fragwürdig, psychoedukative Elemente und Methoden in der Psychotherapie auf eine Betrachtung des Individuums zu beschränken. Es ist schwer, ein gesundes Verhältnis zur Zeit zu finden, wenn die Erwartungen an ein 'schnelleres Leben' allgegenwärtig sind. Und das Bemerkenswerte an diesem Interview ist, dass Hartmut Rosa das Problem 'Zeitdruck' keinesfalls als gelöst betrachtet. Die Richtung aber ist nicht neu: Muße braucht Zeit. Genau das, was wir immer weniger zu haben scheinen. Ein schnelles Tempo kann ja auch angenehm sein.

Vielleicht aber geht es einfach darum, auch die Langsamkeit immer wieder neu zu entdecken. Auch gegen den Zeitgeist, der eben auch krank sein kann. Die Frage, wofür wir uns wieviel Zeit nehmen, scheint uns gelegentlich abgenommen zu werden. Es mag eine besondere Anstrengung zu erfordern, sich Zeit für das Nichtstun zu nehmen. Als Gegenbewegung zur Beschleunigungsgesellschaft aber ist die Muße unverzichtbar, wenn es darum geht, ein gesundes Verhältnis zur Zeit zu finden. Der Tipp aus dem Dschungelbuch: versuchs mal mit Gemütlichkeit!







Link: Muße braucht Zeit


Weile statt Eile
Ist es nicht seltsam? Je mehr man sich beeilt, um so weniger Zeit hat man. Und wenn man dann einmal eine lange Weile hat wissen die meisten nichts mit ihr anzufangen.
Hoch lebe die Geschwindigkeit,
sie stiehlt uns unsre Zeit.

Klientenzentrierte Strategien in der Paartherapie
Klientenzentrierte Strategien, die auf vier einfachen Fragen beruhen, erhöhen die Chancen, dass zerstrittene Paare zusammen bleiben. Das zumindest ist das Ergebnis einer Studie von Prof. Jaqueline Sparks, die 205 Paare mehr als 2 Jahre lang beobachtet hat. Die Schwierigkeiten der Paare bezogen sich auf häufige Konflikte, Untreue, körperliche oder psychische Probleme. Die eine Hälfte der Paare benutzte in der Paartherapie ein Feedbacksystem, die andere nicht.

Bei der Beschreibung der Methode bin ich auf Interpretationen angewiesen, die notwendig sind, um das Verfahren anschaulich zu machen. Zu Beginn jeder Sitzung wurde eine Einschätzung mit der Outcome Rating Scale vorgenommen.
Nun gibt es verschiedene Varianten, wie eine solche Einschätzung vorgenommen werden kann - etwa mit der Frage "wenn Sie einschätzen sollten, wie gut es Ihnen geht, auf einer Skala von Null bis Zehn, welchen Wert würden Sie dann angeben?". Die Bezeichnung "visual scale" legt den Schluss nahe, dass die Einschätzungen sichtbar gemacht wurden - auf einer Tafel, einem Flipchart oder einem Blatt Papier. Die Fragen bezogen sich auf vier Kategorien: 'individual', 'interpersonal', 'social' und 'overall'. Meine Übersetzung ist eine Interpretation, die Quellenangabe steht unten im Post:

1. Wie geht es Ihnen persönlich?
2. Wie geht es Ihnen miteinander?
3. Wie geht es Ihnen in Beziehungen allgemein?
4. Wie geht es Ihnen insgesamt?

'Interpersonal' heißt wörtlich 'zwischenmenschlich', die Formulierung der Frage 2 scheint mir aber sinnvoll, weil es eben um Paartherapie ging.

Die Interpretation stimmt nur zum Teil... inzwischen habe ich mir die Skala im Original angesehen - nähere Hinweise dazu fand ich auf der Homepage der Universität Rhode Islands.
Die vier Skalen sind als punktierte Linie auf einem Fragebogen dargestellt. Mit einem Kreuzchen soll die Befindlichkeit eingetragen werden - Zahlen gibt es dabei nicht. Die linke Seite steht für "schlecht", die rechte für "gut". Die Bezeichnungen:

1. Overall (general sense of well-being). Also etwa: die Befindlichkeit 'insgesamt'.
2. Personal (personal well-being): die persönliche Befindlichkeit.
3. Interpersonal (Family, close relationship): die Befindlichkeit in den Familienbeziehungen und nahen Beziehungen
4. Socially (Work, School, Friendships): die Befindlichkeit in der Schule, am Arbeitsplatz und in Freundschaften

Außerdem gehören noch einige Fragen zur ORS, die an den Fragebogen SCL-90 erinnern, aber nicht so umfangreich sind. Meine Interpretation habe ich deshalb in diesem Post belassen, weil sie auch ohne die ORS einsetzbar ist - dabei gehen natürlich einige Details verloren, die sich aus den spezielleren Fragen der Outcome Rating Scale ableiten lassen.

Auf jeden Fall ergab sich in der Studie durch die Fragen eine Art 'Momentaufnahme', die nicht einfach als Pflichtübung 'abgehakt' wurde, sondern direkte Ansatzpunkte für den weiteren Gesprächsverlauf lieferte. Dadurch wurde der Prozess stärker in die Verantwortung der Paare gelegt - und brachte bessere, stabilere Veränderungen mit sich. Sparks spricht hier ein zentrales Problem der Psychotherapie an - Klienten, Patienten, wie immer man sie bezeichnen will, können passiv werden und auf die "magischen Worte" ihrer Therapeuten warten, geben damit die Verantwortung für ihren Veränderungsprozess ab. Nach der Therapie fehlt der Halt und die Probleme beginnen von neuem. 6 Monate nach der letzten Therapiesitzung wurden beide Gruppen verglichen. Die Paare, die das Feedbacksystem benutzt hatten, waren zufriedener mit ihrer Beziehung - 18,4 Prozent der Paare hatten sich getrennt bzw. scheiden lassen. Bei den Paaren, die das System nicht benutzt hatten, lag die Trennungs-/Scheidungsquote bei 34,2 Prozent, also fast doppelt so hoch. "Das wichtigste Element einer erfolgreichen Therapie ist das Engagement der Klienten", sagt Prof. Spark. "Wenn sie sich in den Prozess einbringen, davon überzeugt sind, dass es 'etwas bringt' und mit ihren Therapeuten gemeinsam an der Lösung ihrer Probleme arbeiten, erzielen sie bessere Ergebnisse". Es gibt aber noch einen weiteren Unterschied zwischen den beiden untersuchten Gruppen - die Therapeuten der "Feedbackgruppe" bekamen zusätzliche Unterstützung zur Frage, wie denn nun die Ergebnisse der Feedbacks in den Prozess integriert werden können. Rückmeldungen dieser Art helfen also auch den Therapeuten, besser zu werden.

Eine kleine Ergänzung: auf den Seiten der Universität Rhode Islands wird eine weitere Studie erwähnt, in der 120 Sitzungen von 30 Klienten ausgewertet wurden. Dabei ging es um die Frage, was erfolgreiche von weniger erfolgreichen Therapeuten unterscheidet. Die schlechteren konzentrierten sich auf die Probleme ihrer Klienten und vernachlässigten ihre Stärken. Die besseren konzentrierten sich zuerst auf die Stärken ihrer Klienten, bevor sie sich der Bearbeitung von Problemen zuwandten.

Quellen: Science Daily, 13.11.2009; University of Rhode Islands




Link: Science Daily

Neue Entwicklungen in der Depressionstherapie: TMS
Dass Psychopharmaka in der Depressionstherapie nicht unproblematisch sind, ist nicht neu. Oft helfen sie nicht, haben unangenehme Nebenwirkungen, vor allem aber lassen sie die eigentlichen depressiven Inhalte kaum berührt. Neben den psychotherapeutischen Ansätzen wie der kognitiven Verhaltenstherapie gibt es auch auf der körperlichen Ebene immer wieder Bemühungen, Medikamente zu ersetzen.
Die Transcraniale Magnetstimulation (TMS) erinnert zunächst an die Elektroschocktherapie, die auch als Elektokrampftherapie bezeichnet wird. Das Grundprinzip der TMS besteht aber mehr aus der gezielten Stimulation von Hirnregionen durch Magnetfelder. Die Methode wird schon längere Zeit erforscht und hat sich bei schweren Depressionen als wirksam erwiesen.
Prof. Dr. Philip Janicak, Psychiater an der Rush University, geht davon aus, dass ungefähr ein Drittel der Depressiven mit Psychopharmaka nicht angemessen behandelt werden kann. Die Transcraniale Magnetstimulation, bei der die Patienten wach und aufmerksam bleiben, dauert 4 bis 6 Wochen, die täglichen Behandlungen dauern jeweils 40 Minuten. Durch die Magnetfelder sollen vor allem die vorderen Gehirnregionen stimuliert werden, denen eine besondere Bedeutung für die Regulation der Gefühle zugeschrieben wird.
In den USA ist die Methode inzwischen zugelassen - in Chicago wurde eine eigene Klinik für diese Behandlungsmethode eröffnet.




Link: Quelle: Science Daily, 5.11.2009


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